St. Michael Kneheim


Entstehung und Geschichte der Kirche St. Michael in Kneheim

- zusammengestellt von Alfred Dabek -

Die Bauerschaft Kneheim-Nieholte gehörte früher der großen, uralten Pfarrei St. Andreas Krapendorf (Cloppenburg) an. Auf lang gehegten Wunsch der zu jener Zeit rund 250 zählenden Bewohner von Kneheim-Nieholte erteilte das Bischöfliche Generalvikariat in Münster am 31.05.1801 die Genehmigung zur Errichtung einer Kapellengemeinde und damit gleichzeitig auch zum Bau einer Kapelle in Kneheim.

Mit großem Eifer machten sich die Bürger an den Bau der Kapelle, die schon nach einigen Monaten erstellt war und bereits am 25.09.1801 vom damaligen Dechanten der Mutterpfarrei Krapendorf eingeweiht wurde. Der Grundriss dieser ersten Kapelle war rechteckig, vermutlich ein Fachwerkbau, ohne Deckengewölbe, ohne Sakristei und Orgelempore. Die in der Kapellengemeinde jeweils tätigen Kapläne unterstanden dem Pfarrer der Mutterpfarrei; sie wohnten auch in Cloppenburg, da in Kneheim keine Kaplanswohnung vorhanden war. Im Jahre 1850 erhielt Kneheim die alte Cloppenburger Orgel. Dazu wurde die Kapelle in westlicher Richtung vergrößert, um die Orgelbühne in dem neuen Teil zu errichten.

alteKircheKneheimDer alte Teil der Kapelle wurde 1856 erneuert und hinter dem Chorraum eine Sakristei angebaut. Gleichzeitig wurde ein Dachreitertürmchen errichtet und mit einer kleinen Glocke ausgestattet. Im Jahre 1868 wird ein Kaplanswohnhaus gebaut und fortan wohnte der jeweilige Geistliche nun hier am Ort.

Die Vergrößerung der Kapelle erfolgte im Jahre 1921 durch den Anbau des Querschiffes mit großzügigem Chorraum und Gewölbe. Damit hatte die Kapelle innen und außen das Aussehen einer echten Pfarrkirche und nun wurde die kirchliche Eigenständigkeit angestrebt, durch Loslösung von der Mutterpfarrei Krapendorf, hin zu einer selbständigen Pfarrgemeinde. Als dann 1924 noch ein eigener Friedhof angelegt war und die Kaplanei zu einer Pastorenwohnung umgebaut wurde, waren alle Voraussetzungen für die Erhebung zur Pfarrgemeinde erfüllt. Folglich wurde dann am 16.09. 1925 die staatliche Genehmigung zur Errichtung der Pfarrgemeinde St. Michael Kneheim erteilt. In Kurzform werden hier noch die bedeutsamen Veränderungen und größere Instandsetzungen an der Pfarrkirche und ihrer Ausstattung in chronologischer Folge genannt:

1927 - Chorfenster werden erneuert und ein Seitenaltar wird neu angeschafft

1934 - Anschaffung einer neuen Orgel; Orgelbauer Haupt, Osnabrück; 13 Register und einige Spielhilfen; die brauchbaren Pfeifen der alten Orgel werden mit eingebaut

1935 - Wände des Längsschiffes werden unterhalb der Fenster verfliest

1937 - gleiche Verfliesung der Wände des Querschiffes; im Chorraum mit Marmor belegt

1955 - Einbau der beiden Rundfenster im Chorraum und Ausmalung der Kirche

1963 - Die Kirche erhält einen Vorbau in Stahl-Konstruktion als Windfang

1964 - Einbau einer neuen Oel-Heizung

1965 - Über der Eingangstür im Vorbau wird ein Mosaikbild angebracht

1971 - Großrenovierung nach dem 2. vatikanischen Konzil. Orgelbodenstützen werden entfernt und Träger eingebaut; Fußboden wird erneuert, Lautsprecher eingebaut und ein neuer Altar aufgestellt. Stehtabernakel und Ambo in Bronze werden neu angeschafft. Neu-Ausmalung der Kirche in sehr schlichter Ausführung mit Überstreichen der Wandfliesen. Entfernt wurden aus der Kirche Kanzel, Kommunionbank, Chorstuhl und das Oberteil des Seitenaltars. Die teilweise sehr wertvollen Stücke wurden leider zu Brennholz gemacht.

1975 - Anbau einer neuen, vergrößerten Sakristei links des Chorraumes

1987 - Großrenovierung. Kirche erhält einen neuen, stilgerechten Vorbau; Putzsockel außen wird rundum saniert, alle Fenster neu verbleit mit Anbringung einer Doppelverglasung, Vergrößerung der Orgelempore, Anbau eines Abstellraumes mit Schaffung eines neuen Kellerzuganges, Freilegung der 1971 übergestrichenen Wandfliesen und Ausmalung der Kirche. Die 1971 aus der Kirche entfernten Heiligenfiguren wurden insgesamt an ihren ehemaligen Plätzen wieder aufgestellt. In den Folgejahren wurden alle Figuren sukzessive fachmännisch restauriert und bei der Neubemalung die Ursprungs-Farbtöne wieder aufgetragen.

1991 - Glockenturm wird saniert und mit einem neuen Hahn ausgestattet

1999 - Sanierung des Kirchendaches: Ausbesserung des Dachstuhles, Verbretterung des gesamten Daches und Erneuerung der Dachziegel. Der schadhafte Vierungsturm wird neu gefertigt und die Blitzableiter-Anlage erneuert.

KircheKneheim2001 - Das frühere Oberteil des Seitenaltars wird anhand vorhandener Fotos mit den entsprechenden Holzschnitzereien originalgetreu neu gefertigt-

2003 - Dämmung des Deckengewölbes und Neu-Ausmalung der Kirche

Am Kirchweihfest im September 2000 feierte die Gemeinde Kneheim-Nieholte das 75-jährige Bestehen ihrer Pfarrgemeinde St. Michael.

Im Jahre 2001 wurde die Pfarreien-Gemeinschaft Lastrup-Hemmelte-Kneheim gegründet. Mit einem Begegnungs-fest beim Dorfgemeinschaftshaus in Suhle wurde die Gründung gefeiert. Die Fusion der Pfarrgemeinden Lastrup, Hemmelte und Kneheim wurde am 22. Februar 2010 besiegelt.

Die seit 1995 unter Denkmalschutz stehende ehemalige Kneheimer Pfarrkirche dient nunmehr als Filialkirche St. Michael der Pfarrgemeinde St. Petrus, Lastrup.

Namen der Pfarrer der ehemaligen Pfarrgemeinde St. Michael in Kneheim:

1925 - 1934 August Meyerratken *15.06.1877 +31.05.1954

1934 - 1952 Bernhard Siemer *12.04.1887 +09.11.1955

1953 - 1973 August Gerken *17.07.1911 +17.02.1977

1973 - 1978 P. Rudolf Dierks SCJ *11.01.1914 +08.12.1978

1979 - 1987 P. Georg Haskamp SCJ *29.03.1910 +25.05.1987

1988 - 2008 P. Theodor Roelfes SCJ *13.10.1932 +25.01.2009