Kein Platz für Missbrauch -
Lastruper Kirchengemeinde verabschiedet Schutzkonzept

Bericht aus der MT vom 17.04.2018 (Foto: Dr. Ludger Heuer)

Mit einem umfangreichen Schutzkonzept will die katholische Kirchengemeinde St. Petrus in Zukunft jeglichen sexuellen Missbrauch von Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen vorbeugen. In einem ersten Vortreffen hatte Andrea Habe, Präventionsfachkraft am Bischöflich Münsterschen Offizialat, mit Pfarrer Günter Mleziva, Pater Walter Körbes SDB und Kirchenprovisorin Elisabeth Gänsler die nötigen Schritte besprochen. Zu einem ersten Arbeitstreffen kamen dann 27 Vertreter kirchlicher Gremien und Einrichtungen.

„Diese große Gruppe zeigt, wie wichtig die Kirchengemeinde in Lastrup das Thema nimmt“, sagt Habe. Nach mehreren Monaten Arbeit und einer detaillierten Risikoanalyse, deren Ergebnisse bei einer gemeinsamen Sitzung im Kindergarten diskutiert wurde, liegt das sechsseitige Papier fertig auf dem Tisch. Alle Haupt- und Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde werden diesen Verhaltenskodex mit ihrer Unterschrift anerkennen.

In dem Papier geht es u.a. um Sprache und Wortwahl bei Gesprächen, um die richtige Gestaltung von Nähe und Distanz, die Angemessenheit von Körperkontakten, die Beachtung der Intimsphäre, die Zulässigkeit von Geschenken, um den Umgang und die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken und um Disziplinierungsmaßnahmen bei Verstößen. Je nach Art der Tätigkeit müssen alle Haupt- und Ehrenamtlichen hierzu eine drei- bis zwölfstündige Schulung absolvieren. Jährlich soll das Konzept jeweils in der ersten Sitzung nach der Sommerpause im Pfarreirat besprochen und aktualisiert werden. Der Pfarreirat will zudem noch Ansprechpartner für Kneheim, Hemmelte und Lastrup suchen.

Alle im pastoralen Dienst Tätigen und alle hauptamtlichen Mitarbeiter, die nicht nur sporadisch in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen, müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Von den Hauptamtlichen wird es in Vechta bzw. Münster dokumentiert, von den Ehrenamtlichen in der Kirchengemeinde. Diese Regelung gilt auch für Ehrenamtliche, die 18 Jahre und älter sind und hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.